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Im Gemeinderat vom September hat die Liste Baum / Stadträtin Maringer einen Resolutions-Antrag für einen verdichteten S-Bahn Takt gestellt. Resolutionen sind dafür da, von anderen etwas einzufordern, aber zumeist selbst nichts dafür zu leisten. Maringer fragte bei uns an, ob wir ebenfalls den Antrag mitstellen wollen. Als Klubobmann der ÖVP Purkersdorf habe ich daher den Antrag genau studiert, um zu sehen, ob eine gemeinsame Antragstellung Sinn macht. Abgesehen von Rechtschreib- und Grammatikfehlern in Maringers Antrag, besserte ich einige Denkfehler aus und schrieb einen annähernd gleichen Antrag, der sich in Nuancen unterschied und fragte dann an, ob wir uns auf dieses Papier einigen könnten.

Darauf kam jedoch nie eine Antwort, stattdessen stellte Maringer ihren Antrag im Gemeinderat – mit all den problematischen Inhalten. Ich brachte meinen Antragsentwurf als Gegenantrag ein, der jedoch mit SPÖ-Mehrheit abgelehnt wurde.

Warum habe ich einen Antrag geschrieben und welchen Inhalt hatte dieser?

Begonnen hat die Diskussion mit dem Thema der U-Bahn Verlängerung nach Purkersdorf. Dazu eine kurze Stellungnahme: Ein U-Bahn Zug fasst 880 Menschen. Aus Purkersdorf pendeln 3.000 Menschen nach Wien (Arbeitnehmer und Schüler). Mit 3,4 U-Bahn Zügen könnte ich also alle Purkersdorfer Pendler nach Wien bringen. Aus der gesamten Region (also alle Gemeinden rundherum) pendeln rund 8.100 Menschen nach Wien – das wären dann 9,2 U-Bahn Züge. Noch dazu müsste man ja dann eine sehr große P&R-Anlage in Purkersdorf bauen, damit die alle Platz zum Umsteigen haben.

Wir wollen sicher keine Mega P&R-Anlage in Unter-Purkersdorf.

Die andere Möglichkeit, um eine U-Bahn finanzierbar zu machen, wäre, wenn Purkersdorf ähnlich wie Hütteldorf auf 50.000 Einwohner wachsen würde. Dazu müsste man aber ganz Purkersdorf zubetonieren. Ich weiß nicht, ob das dem Bürgermeister vorschwebt – wir wollen das jedenfalls nicht! Und leider kann man auch nicht die U-Bahn auf bestehender Infrastruktur nach Purkersdorf verlängern, weil die Westbahn ja ohnehin nur 4gleisig ist und diese Gleise von den ÖBB auch benötigt werden. Ein Tunnelbau wäre natürlich astronomisch teuer – ginge aber theoretisch schon.

Und damit kommen wir zur S-Bahn

Die ÖVP Purkersdorf ist seit jeher die Speerspitze, wenn es um den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel geht. Wir haben 2008 erstmals die Taktverdichtung auf 4 Züge pro Stunde erreicht, den Nachtbus umgesetzt, die Taktverdichtung Viertelstundentakt bzw. Halbstundentakt in den Hauptverkehrszeiten ab 2015 erreicht und seit mindestens 10 Jahren darum gekämpft, dass unsere Außenzone billiger wird. Das ist ja mit der Tarifreform auch in Kraft getreten.
Wir wollen daher den Ausbau der S-Bahn umsetzen. Die notwendige Infrastruktur ist da, es braucht nur die notwendigen Züge. Und da scheiden sich jetzt ein wenig die Geister…
Für uns ist wichtig, dass es Mo-Fr in den Hauptverkehrszeiten einen Viertelstundentakt gibt, der in den Abend hinein verlängert wird. Konkret also von 5-9 Uhr und 15.00 bis 23.00 Uhr. Dazwischen sollte es einen Halbstundentakt der S-Bahn geben mit zusätzlich den normalen REX-Zügen (2x pro Stunde). Was die Grünen fordern, nämlich einen 7 1/2 Minuten Takt, kann ich einfach nur als Wahlkampfgag bezeichnen. Da sind wir ja wieder beim Thema, dass die Züge leer fahren, weil so viele Leute wieder nicht pendeln.

Die Finanzierung

Abgesehen davon, nehme ich an, dass Frau Maringer sich vermutlich nicht sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt hat, sondern einfach wild irgendwelche Forderungen, die gut klingen, in den Raum stellt. Das ist eine Art von Politik, für die wir sicher nicht zu haben sind.
Auch bei der Finanzierung wirft sie mit Phantasiezahlen um sich. Maringer möchte den 7 1/2 Minuten Takt ja auch bis Tullnerbach haben. Nach meiner Recherche beim VOR würde alleine diese Verstärkung des Taktes ca 4 Mio. Euro kosten. Der Viertelstundentakt bis Tullnerbach würde rund 8,5 Mio. Euro kosten. Zudem würde dafür vermutlich auch das Zugmaterial nicht zur Verfügung stehen – es müssten also auch neue Zugsgarnituren gekauft werden. Ein 7 1/2 Minuten-Takt ist aus meiner Sicht erst dann sinnvoll, wenn wir zuerst einen Viertelstundentakt realisieren können. Wenn die Öffis dann entsprechend angenommen werden, dass eine weitere Taktverdichtung notwendig wird, ist es nur logisch den Takt weiter zu verdichten. Aber es ist sinnlos, das von Beginn an einzufordern.
Aus diesem Grund habe ich beim Antrag im Gemeinderat gemeint, dass wirs lieber richtig machen sollten. Ich will einen besseren Takt umsetzen und nicht Forderungen aufstellen, die nie umgesetzt werden.

Daher habe ich auch vorgeschlagen, dass sich Purkersdorf an der Finanzierung beteiligen könnte – so wie das in anderen Gemeinden in ganz Österreich absolut üblich ist. Gerade bei Zugverbindungen am Abend ist die Mitfinanzierung von Gemeinden usus geworden. Und dabei geht es ja nicht um eine Aufteilung von 50:50, sondern eher um den symbolischen Charakter. Wenn ich als Gemeinde zeige, mir ist die Taktverdichtung so wichtig, dass ich mitzahle, dann werde ich meine Partner eher bewegen können, diese auch umzusetzen.

Mein Antrag im Gemeinderat, der eben eine wesentliche Taktverdichtung bis Unter-Purkersdorf vorgesehen hätte, wurde leider abgelehnt. Damit ist natürlich auch die Realisierung einer solchen Taktverdichtung in weite Ferne gerückt. Wie wenig Ahnung Stadträtin Maringer vom Thema öffentlicher Verkehr hat, zeigt schlussendlich auch die Tatsache, dass sie in ihrem Antrag nur das Land NÖ und den Bund zur Taktverdichtung auffordern wollte. Der größte Finanzierungspartner ist jedoch das Land Wien, das die Kosten der S-Bahn Taktverdichtung auf Wiener Gebiet zu tragen hätte. Wenn die Wiener nicht mitmachen, gibt es auch keine Taktverdichtung für Purkersdorf. Mein Antrag beinhaltet dieses Faktum natürlich.

Nur Populismus – kein Umsetzungsgedanke

Die Posse um diesen Antrag zeigt einmal mehr: der Liste Baum und Maringer geht es nur darum, ideologische Pflöcke einzuschlagen und nicht darum, auch wirklich etwas für Purkersdorf umzusetzen. Das zieht sich auch durch die gesamte Laufzeit ihrer Arbeit. Bislang hat sie in ihrem Ressort – das im Übrigen genügend Geld für Maßnahmen im öffentlich Verkehr hätte – noch überhaupt nichts umgesetzt. Bis halt auf die zusätzlichen Fahrradabstellanlagen. Die Bilanz ist jedenfalls dürftig, wenn man bedenkt, dass sie bereits seit über 4 Jahren im Amt ist. Mir ist wichtig, tatsächlich eine Taktverdichtung für die Region Purkersdorf zu erreichen – da werde ich auch weiter dran bleiben!

 

Und hier mein Antrag im Wortlaut

Gegenantrag zum Thema Verstärkung des S-Bahnangebots auf der Westbahnstrecke

Eine weitere Stärkung des öffentlichen Verkehrs steigert auch die Lebensqualität in unserer Heimatgemeinde: weniger Lärm und nicht zuletzt mehr Verkehrssicherheit für FußgängerInnen und vor allem auch Kinder und jüngere VerkehrsteilnehmerInnen. Gleichzeitig kann auch eine CO2-Ausstoß Verringerung erreicht werden, wenn mehr Menschen öffentliche Verkehrsmittel dem Auto vorziehen.

Dazu ist es notwendig, die Bahn auch in den Abend- und Nachtstunden und in der Freizeit zu attraktiveren. „Regelarbeitszeiten“ sind vielfach überholt, die Arbeitszeiten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert, zusätzlich wollen Viele die Freizeit in den Städten verbringen und dann erst nach Hause fahren. Jugendliche ziehen in die Stadt, weil ihr Zuhause nach dem Treffen mit FreundInnen weniger gut erreichbar ist. Ein Viertel-Stunden-Takt der S-Bahn zwischen 5 Uhr und 24 Uhr entspricht den Lebensgewohnheiten von immer mehr Menschen, die im Wienerwald leben und würde somit ein zeitgemäßes Mobilitätsangebot darstellen.

Die notwendige Schienen-Infrastruktur ist vorhanden, es gilt natürlich zusätzliche Zugverbindungen – vor allem auch den Abendstunden zur Verfügung zu stellen.

Die Gemeinde Purkersdorf fordert daher das Land Niederösterreich, das Land Wien und den Bund (Bundeskanzler und Verkehrsminister) auf, noch mit dem Fahrplanwechsel 2016/2017 mitunter auch mit finanzieller Mitbeteiligung der Stadt Purkersdorf Verhandlungen aufzunehmen, um folgende Maßnahmen zu erreichen:

Mit dem Fahrplanwechsel 2016/2017 soll die Aufnahme eines täglichen Viertelstunden-Takts von Hütteldorf nach Purkersdorf zwischen 5 Uhr und 24 Uhr sowie die Aufnahme von neuen Bussen als Zubringer zur Bahn aus größeren Siedlungsgebieten in der aktuell laufenden Neuausschreibung von Buslinien, bzw. von längeren Betriebszeiten angepasst an den Bahnbetrieb und die Planung und der rasche Baubeginn von ausreichend P&R-Plätzen nahe der Bahnstation, gemäß dem vorhandenen Platzangebot, umgesetzt werden.

Jetzt ist es fix: ab 7. Juli tritt der neue AnachB Tarif des Verkehrsverbunds Ost-Region (VOR) in Kraft. Damit wird das Pendeln für Purkersdorferinnen und Purkersdorfer nach Wien endlich billiger. Jahrelang hat sich die ÖVP Purkersdorf dafür eingesetzt, dass der Zonensprung für unsere Gemeinde abgemildert wird. Immerhin mussten wir für nur 1-2 S-Bahn Stationen beinahe 400 Euro im Jahr zahlen. Dass öffentlicher Verkehr etwas kostet, ist klar, weil ja schon jetzt die Jahreskarten mit 70% vom Steuerzahler gestützt werden. Aber für eine Station 400 Euro zu zahlen ist bitter. Das gehört jetzt endlich der Vergangenheit an!

Die künftigen Tarife:

  • Jahreskarte für Wien und Purkersdorf: 605 EUR (bisher: 780 EUR)
  • Monatskarte für Wien und Purkersdorf: 72,20 EUR (bisher: 89,70 EUR)
  • Einzelticket für Purkersdorf inkl. Wien: 3,90 EUR (bisher: 4,40 EUR)
  • Einzelticket für Purkersdorf: 1,70 EUR (bisher: 2,20 EUR)

Unter  www.vor.at kann die persönliche Strecke ganz einfach ausgewählt werden. Der Vorteil ist, dass künftig auch alle Bus- und Nebenlinien im persönlichen Streckennetz inbegriffen sind. Es hat sich also ausgezahlt, so lange für einen faireren Tarif einzutreten.

“Die neuen Tarife mildern den Zonensprung nach Wien stark ab. Damit wird der Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel für den Arbeitsweg nach Wien sehr attraktiv. Durch die neuen Tarife können wir ein Riesenstück Forderung, der wir jahrelang nachgelaufen sind abhacken. Der Erfolg zeigt, dass man hartnäckig bleiben muss, wenn man etwas umsetzen will. Mein nächstes Ziel ist es daher, das Abendangebot im öffentlichen Verkehr auszubauen. In den Hauptverkehrszeiten haben wir bereits ein sehr gutes Zugangebot – aber in den Randzeiten, vor allem Abends, wäre eine Nachschärfung notwendig”, stellt ÖVP Klubobmann GR Florian Liehr fest.

Jetzt scheint es also fix zu sein: Christian Kern, ÖBB-Chef, wird wohl neuer SPÖ-Parteiobmann und damit auch neuer Bundeskanzler. Mit dieser Ansage sind auch wieder die ÖBB in das mediale Interesse gerückt. Immer wieder wird Christian Kern nämlich daran gemessen, dass er  aus den ÖBB ein Vorzeigeunternehmen gemacht haben soll. Aber wie ist das wirklich? Sind die ÖBB wirklich aus der Verlustzone gekommen? Wurden im Management die richtigen Entscheidungen gefällt?

Staatszuschuss bei rund 5 Milliarden Euro

Christian Kern legte in den vergangenen 2 Jahren jeweils ÖBB-Bilanzen vor, die einen Gewinn im niedrigen 3-stelligen Millionenbereich auswiesen. Auf den ersten Blick klingt das nach erfolgreicher Unternehmenspolitik. Und ja, Christian Kern hat es geschafft, das operative Minus in ein kleines Plus zu verwandeln. Zu behaupten, die ÖBB seien ein Unternehmen, das effektiv einen Gewinn einfährt, ist aber falsch. Der staatliche Zuschuss beträgt jährlich rund 5 Milliarden Euro – da von einem Gewinn zu reden, ist eigentlich unredlich. Und ja: man muss auch die Pensionsleistungen für ehemalige ÖBBler einrechnen. Das ist nämlich so eine Sache – SPÖ-Vertreter empören sich regelmäßig, dass man die Pensionsleistungen nicht einrechnen darf, weil diese ja sowieso anfallen. Aber leider wurden aktive ÖBBler, die noch Beamte waren, in Pension geschickt, um für die ÖBB günstigere Angestellte nach Kollektiv anzustellen. Dadurch entstehen in Wahrheit doppelte Personalkosten, die beide durch den Steuerzahler zu zahlen sind.

Woher kommt denn das restliche ÖBB Geld? Ja richtig: ebenfalls vom Steuerzahler. Sowohl der Bund als auch die Länder bestellen Verkehrsdienstleistungen bei den ÖBB. Kein einziger Nahverkehrszug wäre unterwegs, würde er nicht extra bestellt werden. Die ÖBB fahren diese Züge nämlich nicht aus Nächstenliebe – sondern nur deshalb, weil sie auch bezahlt werden. Jetzt könnte man meinen, es reiche die Monats- oder Jahreskarte, um diese Leistung abzugelten. Das stimmt leider nicht: jedes Öffi-Ticket wird in Österreich schon jetzt mit 70 Prozent vom Steuerzahler subventioniert.

Die Kosten für die ÖBB werden uns – und nachfolgende Generationen – noch lange beschäftigen. Daher ist dieser Schuldenberg auch eine ganz wesentliche Sache, der in der öffentlichen Diskussion nicht so einfach weggewischt werden darf. Speziell wenn man bedenkt, dass sich die ÖBB immer mehr aus der Fläche im Nahverkehr zurückziehen will. Das ist aber eigentlich ihre Kernaufgabe als staatliches Unternehmen, das jährlich mit mehr als 5 Milliarden Euro subventioniert wird.

Was hat Kern bei den ÖBB geschafft?

Also saniert hat Christian Kern die ÖBB nicht. Nach wie vor sind die ÖBB ein sehr teures System, das nur schwer zu reformieren ist, weil die ÖBB-Gewerkschaft jedes Mal versucht, Neuerungen zu verhindern. In diesem schwierigen Umfeld hat Kern jedoch geschafft, den ÖBB ein frischeres Image zu verschaffen. Vor allem im Bereich von kurzfristig auftretenden Problemen – bspw. im Rahmen vom Fahrplanwechsel, etc – hat Kern die ÖBB auf Vordermann gebracht. Heute wird wesentlich schneller reagiert und Probleme für die Pendler beseitigt, als das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Kern ist damit zwar nicht der Sanierer, als der er oft dargestellt wird, aber er hat definitiv geschafft, den ÖBB ein neues Image zu geben. Bleibt zu hoffen, dass er selbiges auch in der Bundesregierung schafft – und zwar nicht auf Kosten des Partners, sonst wäre nämlich alles beim alten, nur mit getauschten Köpfen.

Tägliches Verkehrschaos in der Westeinfahrt?

Mit Anfang April diesen Jahres fängt die Sanierung der U4 an. Ab dann fährt auf einer Spur der zweispurigen Westeinfahrt alle 2 ½ Minuten ein Schienenersatzverkehrsbus. “Das bedeutet, dass nur mehr eine Spur für den regulären Autoverkehr zur Verfügung steht. Ein Verkehrschaos mit Stau zurück auf die Autobahn ist daher schon jetzt vorprogrammiert – der Wahnsinn soll bis September andauern. Purkersdorf wird davon natürlich eine der am stärksten betroffenen Gemeinden sein – einerseits, weil viele Purkersdorfer nach Wien zur Arbeit pendeln und andererseits, weil auch andere bei uns auf die Öffis umsteigen wollen werden – beispielsweise Gablitzer und Tullnerbacher. Wir müssen daher schnellstens darauf reagieren und prüfen, wo zusätzliche P&R-Stellplätze, zumindest provisorisch, eingerichtet werden können”, fordern ÖVP-Chef GR Andreas Kirnberger und Verkehrssprecher GR Florian Liehr ein.

P&R-Kapazitäten am Ende

Leider sind die P&R-Kapazitäten in Purkersdorf schon jetzt am Limit. Die Stadt nehme bewusst in Kauf, dass Einkäufer und Arbeitnehmer auf der P&R-Anlage parken. Durch diese “Fremdnutzung” ist die ÖBB bislang auch nicht bereit, die Kapazität auszubauen. “Purkersdorf muss daher selbst vorangehen. Wir brauchen den Ausbau der P&R-Stellplätze in Purkersdorf – wenn notwendig muss die Gemeinde das alleine machen”, stellt Kirnberger fest.

Stau vorprogrammiert

Dazu kommt, dass auch die ÖBB die Westbahnstrecke sanieren werden und im Sommer zwei Tunnels komplett gesperrt sind. Dann fallen auch alle REX Verbindungen zwischen Wien Westbahnhof und St. Pölten aus. Dazu Kirnberger: “Das bedeutet, dass noch mehr Leute nach Purkersdorf kommen werden, um einen P&R-Stellplatz zu bekommen, damit sie sich die Westeinfahrt und den dortigen Stau ersparen. Hier muss jetzt rasch reagiert werden – wir brauchen dringend einen Ausbau der Kapazitäten auf der Westbahn. Wir werden daher Kontakt mit dem Verkehrsverbund Ost-Region aufnehmen, der hier für mehr Zugverbindungen zwischen Purkersdorf und Wien sorgen muss. Wir werden die Pendler nicht im Regen stehen lassen!”

Gute Nachrichten für alle Purkersdorfer Pendlerinnen und Pendler: ein neuer, attraktiverer Fahrplan für die Westbahnstrecke kommt mit Dezember 2015. Endlich fahren die Züge in einem echten Taktverkehr – in der Früh mit jeweils 4 Zügen pro Stunde (Purkersdorf Zentrum: 2x REX und 2x S-Bahn; Unter-Purkersdorf & Purkersdorf Sanatorium: 4x S-Bahn).

Hier die Information von Niederösterreichs Verkehrslandesrat Karl Wilfing:

Wilfing: „Westbahnstrecke: große Verbesserung für Pendler“

Mit Fahrplanwechsel im Dezember 2015 werden zahlreiche Verbesserungen auf der alten Westbahnstrecke umgesetzt: 30 Minuten REX Takt mit optimaler S-Bahn-Verknüpfung

„Wir befinden uns im Jahrzehnt des öffentlichen Verkehrs. Daher setzen wir auch massive Verbesserungen im Angebot um. Nach der Attraktivierung der neuen Westbahnstrecke, setzen wir nun auch Maßnahmen auf der Westbahn-Stammstrecke. Ab Dezember kommt es zu einem halbstündigen REX Takt auf der Strecke Wien Westbahnhof – St. Pölten. Zugleich gibt es 7 Tage in der Woche einen stündlichen Takt der S-Bahn zwischen Wien und Neulengbach, der Montag bis Samstag auf einen halbstündlichen Takt bis Tullnerbach-Pressbaum verdichtet wird. Insgesamt erreichen wir für die Pendlerinnen und Pendler ein hervorragendes Angebot, das einen attraktiven öffentlichen Verkehr in der Region sicherstellt“, erklärt Verkehrslandesrat Karl Wilfing.

 

Das neue Angebot im Überblick:

  • REX: 30-Minuten-Takt von St. Pölten nach Wien Westbahnhof (Hauptverkehrszeit)

(mit den Halten: Wien Westbahnhof, Hütteldorf, Purkersdorf Zentrum (neu), Tullnerbach-Pressbaum, Pressbaum, Eichgraben-Altlengbach, Maria Anzbach (Neu), Neulengbach-Stadt, Neulengbach, Ollersbach, Kirchstetten, Böheimkirchen, Pottenbrunn und St. Pölten)

 

  • S-Bahn:
    • Stündliche Verbindung von Wien Westbahnhof bis Neulengbach (7 Tage in der Woche)
    • Verdichtung auf einen 30-Minuten Takt zwischen Wien Westbahnhof und Tullnerbach-Pressbaum (Mo. bis Sa.)
    • Zusätzliche Verdichtung auf einen ¼ Stunden Takt zwischen Wien Hütteldorf und Unter Purkersdorf (in der Hauptverkehrszeit)
    • Tagesdurchgängiger, exakter 30-Minuten-Takt zwischen Wien Westbahnhof und Unter Purkersdorf auch an Sonntagen

 Die Purkersdorfer Grünen geben bekanntlich ein Revolverblatt namens „Purkersdorfer Informationen“ heraus. Es ist immer wieder faszinierend dieses Blatt zu lesen – bringt mich immer wieder zum Schmunzeln. Wobei der Name schon ein bisserl ironisch anmutet – der Titel sollte eher „Purkersdorfer Gschichtln“ heißen, weil der Wahrheitsgehalt der grünen Zeitung eher ins Reich der Fantasie gehört. Hier ein paar interessante Zitate aus dem grünen Blatt – allerdings mit den tatsächlichen Fakten ergänzt.

1. Das Budget

[box type=“shadow“ ]“… Noch dazu bei einem Betrag von netto 16.000 Euro, der lächerlich gering ist, bei einem Haushaltsvolumen von mehr als 22 Milliarden Euro!“ – Zitat aus einem Artikel von StR Christiane Maringer.[/box]

Also um das klarzustellen: Purkersdorf ist leider alles andere als reich und das Budget hat auch keine 22 Milliarden Euro. Nichtmal 22 Millionen Euro sind es. Aber wer zählt denn schon so genau?

Im Übrigen: Auch die Stadtgemeinde muss natürlich Mehrwertsteuer bezahlen. Es ist daher unrichtig von netto zu sprechen – Maringer meint 19.200 Euro. Dieser Betrag ist allerdings im Budget Purkersdorfs gerade eben nicht „lächerlich“. Zum Vergleich: Das Jugendbudget beträgt gerade einmal rund 5.000 Euro. Das liegt leider an der Tatsache, dass die Fixkosten auf Grund der katastrophalen Finanzpolitik der SPÖ das Budget komplett auffressen (unter anderem Personalkosten) und für Projekte nichts mehr übrig ist.

2. P&R Stellplätze

[box type=“shadow“ ]“Der neue ÖBB Fahrplan mit seinen mangelhaften Verbesserungen und weitreichenden Verschlechterungen für die Region hat auch in diesem Zusammenhang seine Auswirkungen. Ein schlechtes Zugangebot bedeutet nicht nur für tausende Menschen unnötige Wartezeiten, sondern für nicht wenige den Zwang aufs Auto umzusteigen.“ Zitat aus einem Artikel von StR Christiane Maringer[/box]

In diesen zwei Sätzen sind gleich mehrere unseriöse und falsche Aussagen. Zuallererst: der neue Fahrplan hat für Purkersdorf große Verbesserungen gebracht. In Purkersdorf Zentrum fährt zu den wichtigen Pendlerzeiten fast alle 10 Minuten ein Zug ab. Dazwischen gibt es einen Halbstundentakt der S-Bahn. Das bedeutet, man muss bspw. in der Früh gar nicht mehr drauf achten, wann der Zug nach Wien fährt, weil ohnehin spätestens nach 10 Minuten der nächste kommt. Einmalig in der Geschichte Purkersdorfs. Jetzt arbeiten wir daran, dass diese Taktung auch alle anderen Stationen erreicht.

Spannend ist, dass Maringer offenbar der Meinung ist, es bräuchte keine P&R Stellplätze. Bei aller Liebe zum Radfahr-Fanatismus der Grünen – die Anrainer aus der Baunzen werden wohl kaum im Winter oder bei Regen mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren wollen. Abgesehen von diesem Faktum brauchen wir die P&R-Anlage in Purkersdorf auch für die Regions-Gemeinden wie bspw. Gablitz, das eben nicht an der Westbahn liegt. Aber wie so oft wird hier nicht über den Tellerrand gesehen.

[box type=“shadow“ ]Im selben Artikel heißt es „Seit Monaten setzen wir uns für die Errichtung zusätzlicher Radabstellplätze in Purkersdorf-Sanatorium ein.“[/box]

Und wo ist das Ergebnis? Frau Maringer hat diesbezüglich noch keinen Finger gerührt – Artikel schreiben alleine bringt eben noch keine Änderung.

[box type=“shadow“ ]Zum Schluss: „… Das wäre eine der notwendigen Maßnahmen, um den AutofahrerInnen das Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr zu erleichtern…“ [/box]

Der neue Fahrplan ist eine wesentliche Maßnahme, um die Menschen zum Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr zu bewegen. Genau deshalb werden ja auch mehr P&R Stellplätze benötigt: weil die Leute umsteigen. Das macht sich im Übrigen auch in den jährlich steigenden Verkaufszahlen der Jahresnetzkarten bemerkbar.

“Ich freue mich, dass in Wien nun endlich Bewegung in die Sache kommt, nachdem die Wiener SPÖ eine U4-Verlängerung nach Niederösterreich bisher blockiert hat”, so Gemeinderat Florian Liehr, Gründer der Initiative Besser-Unterwegs im Wienerwald, zu den Medienberichten in den vergangenen Tagen.

U4: Ja, aber zwischenzeitlich andere Maßnahmen

Seit über zehn Jahren sei die Diskussion um eine U4-Verlängerung nach Purkersdorf und Klosterneuburg nun schon im Laufen. Liehr: “Auch wir haben uns stets für die Verlängerung ausgesprochen, sind bisher jedoch immer am hohen Kostenfaktor und dem Unwillen der Wiener Rathauses gescheitert. Doch selbst wenn dieses Projekt jetzt ein Stückchen näher rückt, müssen wir zwischenzeitlich andere Maßnahmen umsetzen, weil sich die U4-Verlängerung nicht von heute auf morgen umsetzen lässt.”

Priorität: Ausweitung von Park&Ride Anlagen

Priorität habe die Ausweitung von Park&Ride Anlagen an der Westbahn sowie eine Taktverbesserung der S-Bahn bis zur Haltestelle Purkersdorf-Zentrum (vormals Purkersdorf-Gablitz). “Den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu fördern, muss im Mittelpunkt unserer Überlegungen stehen. Purkersdorf steht schon jetzt im Berufsverkehr vor dem Verkehrsherzinfarkt, weil in den Wiener Speckgürtel immer mehr Menschen ziehen. Deshalb brauchen wir mehr denn je den Ausbau der Park&Ride Anlagen, die schon jetzt zu wenig Stellplätze bieten. Und wir brauchen dringend eine Verbesserung im Takt der S-Bahn nach Purkersdorf-Zentrum. Diese Maßnahmen müssen umgehend umgesetzt werden, denn wir können nicht darauf warten, bis die U4 vielleicht in 10 Jahren bis nach Purkersdorf fährt”, stellt Liehr fest.

Massen in der U4

Vor kurzem wurde seitens der Wiener Linien ein „Neustart“ für die U4 verkündet. Grund waren zahlreiche Beschwerden und Probleme in den vergangenen Wochen. Auch „Heute“ hat über die Probleme der Wiener Linien berichtet – mit einem Foto, das ich aufgenommen habe. Hier die Geschichte dazu.

Mo., 24. Jänner 2011 – Schnee

Eigentlich wollte ich an besagtem Montag mit dem Zug in die Arbeit fahren – vor allem deshalb, weil es in der Nacht von Sonntag auf Montag ziemlich geschneit hatte. Montag Früh dann allerdings die ungute Überraschung: Die Züge auf der Westbahn hatten durch die Bank rund eine Stunde Verspätung. Es war ja auch unmöglich, sich auf die 15 Zentimeter Schnee einzustellen…

Also bin ich ins Auto gehüpft, um bis zur Park&Ride Anlage in Hütteldorf zu fahren. Das Ergebnis: Ich habe ca 45 Minuten im Stau auf der Westeinfahrt verbracht (ja, der Stau reichte bis Auhof zurück).

Wiener Linien: Wirklich keine „Helden“

In Hütteldorf gab es – selbstverständlich, wie könnte es anders sein bei 15 Zentimeter Schnee – „unregelmäßige Zugsfolgenden“. Die U-Bahn war also ohnehin schon überfüllt, gesellte sich bei der Station Längenfeldgasse nochmals eine große Masse an Menschen in hinzu – es war gerade ein Zug ausgefallen. Kurze Zeit später war es dann komplett aus. Der U-Bahn-Zug blieb in der Pilgramgasse stehen – Komplettausfall.

An der Stelle habe ich dann zirka 5 Minuten gebraucht, um aus der U-Bahn zu kommen, weil der Bahnsteig mit Menschen überfüllt war. Und: Dort entstand auch das Foto, das ich via meinem Twitter-Channel verbreitet habe. Die Tageszeitung „Heute“ hat sich daraufhin bei mir gemeldet und diesen Artikel geschrieben: U4-Pannen: Neustart kommt

An diesem Beispiel sieht man jedoch, dass Kritik durchaus zu einer Verbesserung der Situation beitragen kann!

Neustart?

Für die Pendlerinnen und Pendler, die täglich auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, bleibt nur zu hoffen, dass der versprochene Neustart auch eingehalten wird. Für die Wiener Politik ist es jedoch höchste Zeit, Maßnahmen zu treffen, die eine dauerhafte Qualität gewährleisten – immerhin wird für dieses „Service“ gezahlt und zwar nicht zu knapp. Auch die für die ÖBB zuständige SPÖ-Ministerin Doris Bures wird gut beraten sein, dafür zu sorgen, dass die ÖBB ihre Fahrpläne künftig einhalten. Oder: Zumindest nicht mehr eine Stunde Verspätung, beim ersten Anzeichen von Schnee, haben.

Die Purkersdorfer “Kipferlfighter”: StR Albrecht Oppitz, Michaela Dabsch, Heinz Preiß, StR Elisabeth Mayer und NÖAAB-Obmann GR Florian Liehr verteilten Frühstückskipflern am Bahnhof

Am Mittwoch, den 17. November 2010 verteilte der NÖAAB-Purkersdorf anlässlich des “Arbeitnehmertages” am Bahnhof Purkersdorf-Gablitz ein kleines Frühstück an die Pendlerinnen und Pendler.

NÖAAB-Purkersdorf Obmann GR Florian Liehr zog dabei eine Bilanz über die Unterstützung für Niederösterreichs Pendler: “Das Land NÖ hat in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um die Verkehrsanbindung zu verbessern. Erst kürzlich wurden der ÖBB Nebenstrecken abgekauft, die sonst gefährdet gewesen wären. Darüber hinaus gibt es auch finanzielle Unterstützung wie beispielsweise die NÖ-Pendlerhilfe oder das Semesterticket für Studierende.”

NÖAAB-Obmann GR Florian Liehr übergibt gut gelaunt ein Kipferl an eine Pendlerin

NÖAAB-Obmann GR Florian Liehr übergibt gut gelaunt ein Kipferl an eine Pendlerin

Jedoch müsse gerade jetzt auch vermehrt den Familien unter die Arme gegriffen werden. Im Rahmen der Budgetkonsolidierung müsse es daher noch Abmilderungen geben. Dazu Liehr: “Familien mit Kindern sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Der Sparkurs ist richtig, denn es geht darum, dass die Kinder überhaupt eine Zukunft haben – und zwar ohne Schulden. Jedoch muss es eine Entschärfung geben – beispielsweise beim Mehrkindzuschlag, dessen Streichung besonders große Familien besonders hart trifft.” Allerdings müsse die Förderung von Familien nicht zwangsweise über Transferleistungen stattfinden. “Die Wahlfreiheit muss bleiben. Eltern müssen entscheiden können, was für ihre Kinder am besten ist”, so Liehr abschließend.

Renovierte Treppe Purkersdorf-Gablitz

Lange hat es gedauert, aber endlich ist die Fußgängertreppe beim Bahnhof Purkersdorf-Gablitz renoviert worden. Etliche nervenaufreibende Bitten und Mails, aber es ist vollbracht. Vielleicht wäre – ob dieser Großzügigkeit – jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, mehr einzufordern: Nämlich einen guten Fahrplan.

Verbesserungen bei ÖBB sind zeitaufwändig!

Vor gar nicht allzu langer Zeit fehlte beim Bahnhof Purkersdorf-Gablitz in Richtung St. Pölten ein Fahrkartenautomat. Auf den ersten Blick kein Problem, da man ja auch im Zug selbst Fahrkarten erwerben kann (beim Schaffner nämlich). Wer das ausprobiert hat, musste jedoch bald feststellen: Das kommt ziemlich teuer. Der Schaffner verkauft die Fahrkarte dann nämlich mit einem kräftigen Aufpreis, weil er sich darauf stützt, dass die Westbahn eine sogenannte „Selbstbedienungsstrecke“ ist. Man kann ja auch auf den anderen Bahnsteig (in Richtung Wien) gehen und sich dort eine Karte kaufen. Und das darf man sich dann als Steuerzahler, der die ÖBB jährlich mit 7 Milliarden Euro (!) stützt anhören.

Seitens der ÖVP haben wir daher vehement die Installation eines Fahrkartenautomatens in Richtung St. Pölten gefordert – mit Erfolg! Im September 2009 stellte die ÖBB nach langwierigen Interventionen unsererseits einen Fahrkartenautomaten auf.

Der neue Fahrkartenautomat

Für Sie erreicht: Der neue Fahrkartenautomat

Ähnliches war auch notwendig, damit endlich die Fußgängertreppe bei der Station Purkersdorf-Gablitz renoviert wurde. Und ähnliches – mit noch mehr Nachdruck – wird auch notwendig sein, um endlich eine gute Taktfrequenz für die Pendlerinnen und Pendler auf der Westbahn zu erreichen.

Für einen besseren Fahrplan

Den neuen Fahrplan können Sie sich hier: ÖBB-Fahrplan 2011 ansehen. Und Sie können auch Ihren Unmut darüber ausdrücken – und zwar hier: ÖBB-Kontakt

Ich versichere Ihnen, ich werde mich auch weiter im Interesse der Pendlerinnen und Pendler einsetzen und erst dann „aufgeben“, wenn wir in Purkersdorf einen 15-Minuten-Takt von und nach Wien erreicht haben.