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Es gibt Tage, da passieren Dinge, die irgendwie total unwirklich erscheinen. Gestern war so ein Tag, der auch in die Geschichtsbücher eingehen wird. Landeshauptmann Erwin Pröll – seit 25 Jahren an der Spitze der NÖ Landesregierung – hat verkündet, dass er demnächst das Amt des Landeshauptmannes übergeben wird.

Erwin Pröll ist am 27. März 1980 Mitglied der NÖ Landesregierung geworden – das war ein Jahr vor meiner Geburt. Ich muss ehrlich gestehen: ich kann es mir gar nicht vorstellen, ein Land ohne Erwin Pröll. Dieser Mann hat Unglaubliches für Niederösterreich geleistet. Während Niederösterreich früher keine eigene Identität hatte und sich immer als Raum um Wien definiert hat, sind wir heute stolz darauf, Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zu sein.

Die Landesinfrastruktur wurde modernisiert, die Landeshauptstadt entwickelt, die Verwaltungsstrukturen verschlankt, Fachhochschulen und Universitäten ins Land geholt, die Dorf- und Stadterneuerung sorgt heute für verschönerte Ortszentren und schließlich ist Niederösterreich heute auch eine ganz bedeutende Kulturregion. Das ist auch der Grund, weshalb Künstler und Kulturschaffende viel von Erwin Pröll halten. Er hat stets unabhängig von politischer Einstellung oder künstlerischem Schaffen, Kultur gefördert – selbst wenn sie überaus kritisch war. Damit überraschte er sämtliche seiner Kritiker, die heute eingestehen müssen, dass er Großes für das Land und Österreich geleistet hat.

Bundespolitisch hat sich Erwin Pröll auch oft zu Wort gemeldet. Aber vor allem dann, wenn es um die Interessen Niederösterreichs ging. Auch das ist einer der vielen Gründe, warum die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher ihren Landeshauptmann so schätzen. Kurz gesagt: er hat aufs Land geschaut.

Seit heute ist es jedenfalls offiziell: der Landesparteivorstand hat Hanni Mikl-Leitner einstimmig als Nachfolgerin von Erwin Pröll nominiert. Damit geht in Niederösterreich eine Ära zu Ende, die das Land nach vorne gebracht hat. Mikl-Leitner kann jetzt auf ein solides Haus bauen: die Verschuldung ist gegenüber den anderen Bundesländern moderat, die Wirtschaft gut aufgestellt, die Hausaufgaben sind gemacht. Hanni Mikl-Leitner wird ihren eigenständigen Weg gehen, aber das Erbe Prölls behutsam fortsetzen. Ich wünsche ihr von Herzen viel Erfolg!

 

PS: ein kleiner Zusatz, weil die Medien wiedereinmal zu viel spekulieren. Natürlich hat die Geschichte mit der Erwin-Pröll Stiftung nichts mit dessen Rückzug aus der Politik zu tun. Wieso auch? Die Geschichte wurde vom Falter aufgewärmt, hat überhaupt nichts zu Tage gebracht, was nicht seit Jahren bekannt wäre und versucht, einen erfolgreichen Politiker zu schädigen. Ich frage mich noch immer, wieso ein Politiker keine gemeinnützige Stiftung, die sozial Schwächere unterstützt,  gründen dürfen soll? Daran ist nicht anrüchiges – im Gegenteil: es zeigt, dass es Erwin Pröll stets um die Menschen ging. Schade, dass diese Zeitungs-Ente jetzt mit dem Rückzug Erwin Prölls aus der Politik verquickt wird.