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Im Gemeinderat vom September hat die Liste Baum / Stadträtin Maringer einen Resolutions-Antrag für einen verdichteten S-Bahn Takt gestellt. Resolutionen sind dafür da, von anderen etwas einzufordern, aber zumeist selbst nichts dafür zu leisten. Maringer fragte bei uns an, ob wir ebenfalls den Antrag mitstellen wollen. Als Klubobmann der ÖVP Purkersdorf habe ich daher den Antrag genau studiert, um zu sehen, ob eine gemeinsame Antragstellung Sinn macht. Abgesehen von Rechtschreib- und Grammatikfehlern in Maringers Antrag, besserte ich einige Denkfehler aus und schrieb einen annähernd gleichen Antrag, der sich in Nuancen unterschied und fragte dann an, ob wir uns auf dieses Papier einigen könnten.

Darauf kam jedoch nie eine Antwort, stattdessen stellte Maringer ihren Antrag im Gemeinderat – mit all den problematischen Inhalten. Ich brachte meinen Antragsentwurf als Gegenantrag ein, der jedoch mit SPÖ-Mehrheit abgelehnt wurde.

Warum habe ich einen Antrag geschrieben und welchen Inhalt hatte dieser?

Begonnen hat die Diskussion mit dem Thema der U-Bahn Verlängerung nach Purkersdorf. Dazu eine kurze Stellungnahme: Ein U-Bahn Zug fasst 880 Menschen. Aus Purkersdorf pendeln 3.000 Menschen nach Wien (Arbeitnehmer und Schüler). Mit 3,4 U-Bahn Zügen könnte ich also alle Purkersdorfer Pendler nach Wien bringen. Aus der gesamten Region (also alle Gemeinden rundherum) pendeln rund 8.100 Menschen nach Wien – das wären dann 9,2 U-Bahn Züge. Noch dazu müsste man ja dann eine sehr große P&R-Anlage in Purkersdorf bauen, damit die alle Platz zum Umsteigen haben.

Wir wollen sicher keine Mega P&R-Anlage in Unter-Purkersdorf.

Die andere Möglichkeit, um eine U-Bahn finanzierbar zu machen, wäre, wenn Purkersdorf ähnlich wie Hütteldorf auf 50.000 Einwohner wachsen würde. Dazu müsste man aber ganz Purkersdorf zubetonieren. Ich weiß nicht, ob das dem Bürgermeister vorschwebt – wir wollen das jedenfalls nicht! Und leider kann man auch nicht die U-Bahn auf bestehender Infrastruktur nach Purkersdorf verlängern, weil die Westbahn ja ohnehin nur 4gleisig ist und diese Gleise von den ÖBB auch benötigt werden. Ein Tunnelbau wäre natürlich astronomisch teuer – ginge aber theoretisch schon.

Und damit kommen wir zur S-Bahn

Die ÖVP Purkersdorf ist seit jeher die Speerspitze, wenn es um den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel geht. Wir haben 2008 erstmals die Taktverdichtung auf 4 Züge pro Stunde erreicht, den Nachtbus umgesetzt, die Taktverdichtung Viertelstundentakt bzw. Halbstundentakt in den Hauptverkehrszeiten ab 2015 erreicht und seit mindestens 10 Jahren darum gekämpft, dass unsere Außenzone billiger wird. Das ist ja mit der Tarifreform auch in Kraft getreten.
Wir wollen daher den Ausbau der S-Bahn umsetzen. Die notwendige Infrastruktur ist da, es braucht nur die notwendigen Züge. Und da scheiden sich jetzt ein wenig die Geister…
Für uns ist wichtig, dass es Mo-Fr in den Hauptverkehrszeiten einen Viertelstundentakt gibt, der in den Abend hinein verlängert wird. Konkret also von 5-9 Uhr und 15.00 bis 23.00 Uhr. Dazwischen sollte es einen Halbstundentakt der S-Bahn geben mit zusätzlich den normalen REX-Zügen (2x pro Stunde). Was die Grünen fordern, nämlich einen 7 1/2 Minuten Takt, kann ich einfach nur als Wahlkampfgag bezeichnen. Da sind wir ja wieder beim Thema, dass die Züge leer fahren, weil so viele Leute wieder nicht pendeln.

Die Finanzierung

Abgesehen davon, nehme ich an, dass Frau Maringer sich vermutlich nicht sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt hat, sondern einfach wild irgendwelche Forderungen, die gut klingen, in den Raum stellt. Das ist eine Art von Politik, für die wir sicher nicht zu haben sind.
Auch bei der Finanzierung wirft sie mit Phantasiezahlen um sich. Maringer möchte den 7 1/2 Minuten Takt ja auch bis Tullnerbach haben. Nach meiner Recherche beim VOR würde alleine diese Verstärkung des Taktes ca 4 Mio. Euro kosten. Der Viertelstundentakt bis Tullnerbach würde rund 8,5 Mio. Euro kosten. Zudem würde dafür vermutlich auch das Zugmaterial nicht zur Verfügung stehen – es müssten also auch neue Zugsgarnituren gekauft werden. Ein 7 1/2 Minuten-Takt ist aus meiner Sicht erst dann sinnvoll, wenn wir zuerst einen Viertelstundentakt realisieren können. Wenn die Öffis dann entsprechend angenommen werden, dass eine weitere Taktverdichtung notwendig wird, ist es nur logisch den Takt weiter zu verdichten. Aber es ist sinnlos, das von Beginn an einzufordern.
Aus diesem Grund habe ich beim Antrag im Gemeinderat gemeint, dass wirs lieber richtig machen sollten. Ich will einen besseren Takt umsetzen und nicht Forderungen aufstellen, die nie umgesetzt werden.

Daher habe ich auch vorgeschlagen, dass sich Purkersdorf an der Finanzierung beteiligen könnte – so wie das in anderen Gemeinden in ganz Österreich absolut üblich ist. Gerade bei Zugverbindungen am Abend ist die Mitfinanzierung von Gemeinden usus geworden. Und dabei geht es ja nicht um eine Aufteilung von 50:50, sondern eher um den symbolischen Charakter. Wenn ich als Gemeinde zeige, mir ist die Taktverdichtung so wichtig, dass ich mitzahle, dann werde ich meine Partner eher bewegen können, diese auch umzusetzen.

Mein Antrag im Gemeinderat, der eben eine wesentliche Taktverdichtung bis Unter-Purkersdorf vorgesehen hätte, wurde leider abgelehnt. Damit ist natürlich auch die Realisierung einer solchen Taktverdichtung in weite Ferne gerückt. Wie wenig Ahnung Stadträtin Maringer vom Thema öffentlicher Verkehr hat, zeigt schlussendlich auch die Tatsache, dass sie in ihrem Antrag nur das Land NÖ und den Bund zur Taktverdichtung auffordern wollte. Der größte Finanzierungspartner ist jedoch das Land Wien, das die Kosten der S-Bahn Taktverdichtung auf Wiener Gebiet zu tragen hätte. Wenn die Wiener nicht mitmachen, gibt es auch keine Taktverdichtung für Purkersdorf. Mein Antrag beinhaltet dieses Faktum natürlich.

Nur Populismus – kein Umsetzungsgedanke

Die Posse um diesen Antrag zeigt einmal mehr: der Liste Baum und Maringer geht es nur darum, ideologische Pflöcke einzuschlagen und nicht darum, auch wirklich etwas für Purkersdorf umzusetzen. Das zieht sich auch durch die gesamte Laufzeit ihrer Arbeit. Bislang hat sie in ihrem Ressort – das im Übrigen genügend Geld für Maßnahmen im öffentlich Verkehr hätte – noch überhaupt nichts umgesetzt. Bis halt auf die zusätzlichen Fahrradabstellanlagen. Die Bilanz ist jedenfalls dürftig, wenn man bedenkt, dass sie bereits seit über 4 Jahren im Amt ist. Mir ist wichtig, tatsächlich eine Taktverdichtung für die Region Purkersdorf zu erreichen – da werde ich auch weiter dran bleiben!

 

Und hier mein Antrag im Wortlaut

Gegenantrag zum Thema Verstärkung des S-Bahnangebots auf der Westbahnstrecke

Eine weitere Stärkung des öffentlichen Verkehrs steigert auch die Lebensqualität in unserer Heimatgemeinde: weniger Lärm und nicht zuletzt mehr Verkehrssicherheit für FußgängerInnen und vor allem auch Kinder und jüngere VerkehrsteilnehmerInnen. Gleichzeitig kann auch eine CO2-Ausstoß Verringerung erreicht werden, wenn mehr Menschen öffentliche Verkehrsmittel dem Auto vorziehen.

Dazu ist es notwendig, die Bahn auch in den Abend- und Nachtstunden und in der Freizeit zu attraktiveren. „Regelarbeitszeiten“ sind vielfach überholt, die Arbeitszeiten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert, zusätzlich wollen Viele die Freizeit in den Städten verbringen und dann erst nach Hause fahren. Jugendliche ziehen in die Stadt, weil ihr Zuhause nach dem Treffen mit FreundInnen weniger gut erreichbar ist. Ein Viertel-Stunden-Takt der S-Bahn zwischen 5 Uhr und 24 Uhr entspricht den Lebensgewohnheiten von immer mehr Menschen, die im Wienerwald leben und würde somit ein zeitgemäßes Mobilitätsangebot darstellen.

Die notwendige Schienen-Infrastruktur ist vorhanden, es gilt natürlich zusätzliche Zugverbindungen – vor allem auch den Abendstunden zur Verfügung zu stellen.

Die Gemeinde Purkersdorf fordert daher das Land Niederösterreich, das Land Wien und den Bund (Bundeskanzler und Verkehrsminister) auf, noch mit dem Fahrplanwechsel 2016/2017 mitunter auch mit finanzieller Mitbeteiligung der Stadt Purkersdorf Verhandlungen aufzunehmen, um folgende Maßnahmen zu erreichen:

Mit dem Fahrplanwechsel 2016/2017 soll die Aufnahme eines täglichen Viertelstunden-Takts von Hütteldorf nach Purkersdorf zwischen 5 Uhr und 24 Uhr sowie die Aufnahme von neuen Bussen als Zubringer zur Bahn aus größeren Siedlungsgebieten in der aktuell laufenden Neuausschreibung von Buslinien, bzw. von längeren Betriebszeiten angepasst an den Bahnbetrieb und die Planung und der rasche Baubeginn von ausreichend P&R-Plätzen nahe der Bahnstation, gemäß dem vorhandenen Platzangebot, umgesetzt werden.

Montag Vormittag präsentierte Verkehrslandesrat Karl Wilfing in Pressbaum den neuen Taktfahrplan für die innere Westbahnstrecke. „Durch die neue Hochleistungsstrecke im Tullnerfeld haben wir neue Möglichkeiten und Ressourcen für einen dichteren Taktverkehr auf der inneren Westbahnstrecke. Diese nutzen wir natürlich und haben mit Vertretern der Region ein Top-Angebot auf die Beine gestellt. Es wird daher neu mit Fahrplanwechsel 2012/2013 einen Viertelstundentakt der S-Bahn in den Hauptverkehrszeiten bis Rekawinkel sowie einen Halbstundentakt der S-Bahn in den Nebenverkehrszeiten bis Tullnerbach Pressbaum geben“, informiert Wilfing bei der Präsentation mit Pressbaums Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner sowie dem Bürgermeister von Eichgraben LAbg Martin Michalitsch.

„Die Gemeinden an der Westbahn waren seit langem aktiv um die Chance der neuen Westbahn auch für die alte Bestandsstrecke zu nutzen. Dazu gab es viele Kontakte mit dem Land, dem VOR und den ÖBB aber auch viele regelmäßig durchgeführte Pendleraktionen. Der neue Fahrplan bringt uns spürbare Fahrtzeitverkürzungen bei den Regionalzügen, eine Bedienung aller Haltestellen in Maria Anzbach und bessere Intervalle von Wien zurück am Nachmittag. Durch die zusätzlichen Angebote auf der Neubaustrecke sollte sich das Platzangebot in den REX Zügen verbessern und durch den Wegfall der Schnellzüge die Pünktlichkeit steigen. Wir hoffen nun dass auch die Güterzüge zu einem Gutteil auf der Neubaustrecke geführt werden und sich so auch die Lärmbelastung (jedenfalls in der Nacht!) verbessert“, betont Michalitsch.

 

Vor allem auch Regionalzüge (die nicht in jeder Station halten), können durch die bessere Taktung im Westen Wiens schneller geführt werden, wodurch Fahrtzeitverkürzungen erreicht werden. „Pendler westlich von Pressbaum werden sich künftig rund 20 Minuten am Tag Zeit ersparen. Darüber hinaus gilt: Öffi fahren, Euro sparen. Wer beispielsweise von Pressbaum nach Wien pendelt, erspart sich alleine an Benzinkosten rund 470 Euro im Jahr – und das obwohl die Entfernung nur rund 25 Kilometer beträgt“, stellt Wilfing fest. Weiters sei eine entsprechende Qualität des Angebots sichergestellt. „Wir werden das Zugangebot mit neuen S-Bahn Garnituren – das heißt klimatisiert und barrierefrei – fahren können“, so der Verkehrslandesrat. Dieses neue Top-Angebot im öffentlichen Verkehr habe Wilfing bereits vor rund einem Jahr angekündigt – seit damals sei es mit gewählten Regionsvertretern verfeinert worden. Auch Pressbaums Bürgermeister Schmidl-Haberleitner betonte die gute Partnerschaft mit dem Land: „Die Region Wienerwald profitiert nachhaltig vom neuen Angebot auf der Westbahn. Selbst für kleinere Probleme beim Schülerverkehr in Pressbaum hatte das Land ein offenes Ohr. Wir sind sehr zufrieden und hoffen nun auf eine Verkehrsentlastung in der Region, weil wir davon ausgehen, dass viele auf den öffentlichen Verkehr umsteigen werden.“

 

„Mit dem abgeschlossenen Verkehrsdienstevertrag ist NÖ seiner Vorreiterrolle gerecht geworden. Wir haben alle bestehenden Verbindungen bis 2019 garantiert und auch Pünktlichkeit und Qualität erstmals vertraglich festgeschrieben. Damit ist auch klar, dass die ÖBB Strafzahlungen riskieren, wenn die festgelegten Ziele nicht erreicht werden“, betont Wilfing, der auch darauf hinweist, dass die ÖBB in diesem Jahr pünktlicher sei.

 

Ein weiterer Meilenstein ist auch die kürzlich präsentierte Schüler- und Lehrlingsfreifahrt Reform. „Künftig können alle Schüler und Lehrlinge im gesamten Osten – Wien, NÖ und dem Burgenland – das gesamte Jahr alle öffentlichen Verkehrsmittel um 60 Euro nutzen. Zugleich wird die Antragstellung und somit der administrative Aufwand für die Eltern massiv vereinfacht“, informiert Wilfing.

„Speziell für die Region Purkersdorf bringt der neue Niederösterreich-Vertrag mit den ÖBB kürzere Intervalle bis Rekawinkel. Die ÖBB-Fahrgäste werden in Zukunft nicht mehr so lange auf ihre Züge warten müssen“, freut sich Landtagsabgeordneter Mag. Lukas Mandl. „Der neue Vertrag sieht auch empfindliche Sanktionen bei Verspätungen, Verschmutzung oder Servicemängeln vor“, so Landtagsabgeordneter Di Willi Eigner.
Mitte März wurde im Niederösterreichischen Landtag der so genannte „Verkehrsdienste-Vertrag“ verhandelt. Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Verkehrs-Landesrat Mag. Karl Wilfing haben einen neuen Vertrag mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und mit dem Infrastruktur-Ministerium im Bund (BMVIT) verhandelt. Das Ergebnis sind beachtliche Verbesserungen für die Niederösterreichischen Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer: „So sieht der neue Vertrag empfindliche Sanktionen für die ÖBB vor, wenn zu viele Verspätungen auftreten, wenn die Sauberkeit in den Zügen zu wünschen übrig lässt, oder wenn die Servicequalität nicht stimmt“, erklärt Landtagsabgeordneter DI Willi Eigner. „Vielleicht schaffen wir es dadurch, dass viele Landsleute aus Überzeugung auf die Bahn umsteigen. Das ist ja auch gut für die Umwelt“, ergänzt LAbg. Mag. Lukas Mandl.

“Mehrfach haben wir eine Erweiterung der Park&Ride-Anlage eingefordert und sind auch beim Land NÖ dafür eingetreten. Nun hat offenbar auch der Bürgermeister die Lage erkannt. Wir freuen uns wirklich, dass wir bei der Erweiterung der Anlage jetzt mit seiner Unterstützung rechnen können”, so ÖVP-Stadtparteiobfrau Elisabeth Mayer und NÖAAB-Purkersdorf Obmann GR Florian Liehr über das neu entdeckte Interesse der Gemeinde an den Pendlern.

Auch 15-Minuten-Takt kommt!

“Nachdem wir Ende 2012 Dank dem Land NÖ auch den Viertelstundentakt nach Purkersdorf bekommen, macht ein Ausbau der heillos überlasteten Park&Ride-Anlage Sinn. Wir brauchen das”, erklärt Liehr. Ein erstes Gespräch hat dazu bereits stattgefunden. “Zwar waren wir als Initiatoren und Ideengeber nicht eingeladen, aber Hauptsache ist, unsere Initiative wird endlich umgesetzt”, ergänzt Mayer.

Fordern Ausbau der Bahnhöfe

Parallel dazu fordert Mayer auch eine Modernisierung der bestehenden Bahn-Infrastruktur: “Wir wollen die Bahnhöfe in unserer Stadt erneuern. Beispielsweise ist das Wartehäuschen beim Bahnhof Purkersdorf-Zentrum in Richtung Wien keineswegs ausreichend. Gerade im Winter müssen die Pendlerinnen und Pendler bei jeder Witterung im freien stehen, da das Wartehaus nicht genügend Platz bietet. Purkersdorf ist eben gewachsen. Diesem Wachstum muss die Gemeinde Rechnung tragen!”

Purkersdorfer ÖAAB informiert Pendlerinnen und Pendler bei seiner jährlichen Pendleraktion über den 15-Minuten-Takt bis Purkersdorf-Zentrum ab Dezember 2012

Am Mittwoch, den 16. November, fand der niederösterreichische Arbeitnehmertag statt. Der ÖAAB Purkersdorf verteilt an diesem Tag traditionell Frühstückskipferl an die Pendlerinnen und Pendler. „Dieses Jahr konnten wir vor allem eine erfreuliche Nachricht mit auf den Weg in die Arbeit geben“, erklärt ÖAAB-Obmann GR Florian Liehr: „Der NÖ-Verkehrslandesrat Karl Wilfing hat bereits im Juli angekündigt, dass der Viertelstundentakt mit Dezember 2012 in Purkersdorf Halt machen wird. Das wird eine massive Verbesserung für die Purkersdorferinnen und Purkersdorfer bringen.“

Fahrplanwechsel 2012/2013 bringt 15-Minuten-Takt

Mit Fahrplanwechsel 2012/2013 wird zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends ein Viertelstundentakt bis Tullnerbach-Pressbaum gefahren werden sowie ein Halbstundentakt bis Rekawinkel. Ermöglicht wird das „einerseits durch neue Kapazitäten, die sich durch die neue Westbahnstrecke ergeben und andererseits dadurch, dass Niederösterreich deutlich mehr Geld in die Hand nimmt“, informiert Liehr die Pendler. Künftig zahle das Land NÖ rund 28 Millionen Euro jährlich, um niederösterreichische Verbindungen der ÖBB sicherzustellen.

 Jetzt Park&Ride-Anlage ausbauen

„Wir haben lange dafür gekämpft! Schlussendlich haben sich unsere Anstrengungen gelohnt. Gemeinsam mit Gablitz und Tullnerbach sowie Pressbaum haben wir den Viertelstundentakt erreicht. Ich bin mir sicher, dass wir nun auch eine Förderung für die längst überfällige Ausweitung der Park&Ride-Anlage erwirken können“, so Liehr.

“Ich freue mich, dass in Wien nun endlich Bewegung in die Sache kommt, nachdem die Wiener SPÖ eine U4-Verlängerung nach Niederösterreich bisher blockiert hat”, so Gemeinderat Florian Liehr, Gründer der Initiative Besser-Unterwegs im Wienerwald, zu den Medienberichten in den vergangenen Tagen.

U4: Ja, aber zwischenzeitlich andere Maßnahmen

Seit über zehn Jahren sei die Diskussion um eine U4-Verlängerung nach Purkersdorf und Klosterneuburg nun schon im Laufen. Liehr: “Auch wir haben uns stets für die Verlängerung ausgesprochen, sind bisher jedoch immer am hohen Kostenfaktor und dem Unwillen der Wiener Rathauses gescheitert. Doch selbst wenn dieses Projekt jetzt ein Stückchen näher rückt, müssen wir zwischenzeitlich andere Maßnahmen umsetzen, weil sich die U4-Verlängerung nicht von heute auf morgen umsetzen lässt.”

Priorität: Ausweitung von Park&Ride Anlagen

Priorität habe die Ausweitung von Park&Ride Anlagen an der Westbahn sowie eine Taktverbesserung der S-Bahn bis zur Haltestelle Purkersdorf-Zentrum (vormals Purkersdorf-Gablitz). “Den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu fördern, muss im Mittelpunkt unserer Überlegungen stehen. Purkersdorf steht schon jetzt im Berufsverkehr vor dem Verkehrsherzinfarkt, weil in den Wiener Speckgürtel immer mehr Menschen ziehen. Deshalb brauchen wir mehr denn je den Ausbau der Park&Ride Anlagen, die schon jetzt zu wenig Stellplätze bieten. Und wir brauchen dringend eine Verbesserung im Takt der S-Bahn nach Purkersdorf-Zentrum. Diese Maßnahmen müssen umgehend umgesetzt werden, denn wir können nicht darauf warten, bis die U4 vielleicht in 10 Jahren bis nach Purkersdorf fährt”, stellt Liehr fest.

Foto: ÖBB / Rudolf Laresser

Der Herbst ist da, es wird kalt und dusig in der Früh und die ÖBB sind wiedermal pünktlich. Und zwar pünktlich mit der Zeit der Verspätungen! Wie immer im Herbst fahren die Züge auf der Westbahn mit saftigen Verspätungen ein – erst heute früh wieder mit über 15 Minuten. Gleichzeitig ist nun wieder die Zeit gekommen, einen neuen Fahrplan zu erlassen. Dieser ist – wenig überraschend – ebenfalls wenig erfreulich für die Pendlerinnen und Pendler, die täglich in die Arbeit fahren (müssen).

ÖBB nimmt keine Rücksicht auf Kunden

Den ÖBB scheint es völlig egal zu sein, wie sprichwörtlich angefressen die Kundinnen und Kunden schon sind. Die ewigen Zugsverspätungen sind ja durchaus schon altbekannt, wenngleich unverständlich – jedoch bleiben die Züge nun auch noch voll besetzt in den Stationen stehen und warten. Nur worauf eigentlich? Das passiert immer wieder – zuletzt in der Station Unter-Purkersdorf, wo sich die langen Wartezeiten besonders häufen. Da steht der Zug dann schonmal für rund 20 Minuten. Das Ärgerlichste ist jedoch, dass es die ÖBB nichtmal wert finden in so einem Fall eine Durchsage zu machen – man lässt alle Fahrgäste im Zug „dumm sterben“. Sieht so Kundenfreundlichkeit aus? Und das noch bei den extrem hohen Ticketpreisen, die international defakto einzigartig sind.

Ausrede mit Statistiken

Angesprochen auf die üblichen Zugsverspätungen, kontern die ÖBB stets mit Statistiken, wonach die Züge insgesamt keine Verspätung haben. Das trifft deshalb zu, weil internationale Expresszüge stets vorgelassen werden – Pendler (also die Hauptkunden) haben wiedereinmal das Nachsehen. Gehandelt wird nach der alten Weisheit: „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Das führt dann schlussendlich dazu, dass hunderte Leute in der Kälte stehen und bei Schnee, Regen und Eis auf den Zug warten müssen. Dafür wird dann auch noch massig Geld seitens den ÖBB eingesackelt.

Refundierungen? Ja, aber…

Hier greift dann auch das vielgerühmte Refundierungssystem nicht mehr. Künftig können ÖBB-Kunden zehn Prozent des Monatspreises erstattet bekommen, wenn auf einer Strecke im Laufe eines Monats mehr als 10 Prozent der Züge mindestens 5 Minuten Verspätung haben. Das nachzuweisen bzw für den einzelnen Fahrgast zu dokumentieren ist allerdings schwierig. Zudem sind von dieser Regelung NUR Jahreskartenbesitzer eingeschlossen. Das bedeutet: Jemand, der sich brav Monatskarten kauft oder gelegentlich mit dem Zug fährt, bekommt nichts refundiert. Wo ist denn da bitte der Anreiz auf die Öffis umzusteigen?

Neuer Fahrplan macht es noch schlechter

Zu guter Letzt: Der neue Fahrplan der ÖBB sieht auf der Westbahn keinerlei Verbesserungen vor. Weder wird der 15-Minuten-Takt wieder eingeführt, noch der Halbstundentakt oder ähnliches. Die ÖBB gehen nach ihrem alten Schema vor: Wenn ein Zug oftmals Verspätung hat, wird er einfach ausgelassen. Das führt zu einer massiven Verschlechterung der Taktung und die Züge werden noch voller, als sie es bisher ohnehin schon sind.