Alois Mock ist am 1. Juni 2017 im Alter von 83 Jahren verstorben. Ich wollte bereits länger einen Beitrag dazu verfassen, bin allerdings bislang leider an fehlender Zeit gescheitert. Es ist mir aber wichtig, über Alois Mock zu schreiben, weil ich mit ihm aufgewachsen bin und er eine Politikerpersönlichkeit war, zu der auch junge Menschen Aufblicken konnten.

Mr. Europa

Für mich war Alois Mock stets Mr. Europa. Ich kann mich noch gut erinnern, als Mock im Alleingang den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union verhandelte und den Abschluss der Beitrittsgespräche 1994 bekannt gab. Und am 12. Juni 1994 kam der große Triumph für Mock, als sich Österreich mit 2/3-Mehrheit für den Beitritt zur Europäischen Union, diesem einzigartigen Friedensprojekt, entschloss.

Ich kann mich gut daran erinnern, weil auch damals in meiner Schule schon Diskussionen darüber mit Schulkollegen stattfanden. Freilich auf einem anderen Niveau, als das heute der Fall wäre. Aber schon damals war Alois Mock ein heimlicher Held für mich. Umso schwerer traf dann die Nachricht seiner Erkrankung und das schnelle zurückziehen aus der Öffentlichkeit.

Außenminister in einer Umbruchzeit

Unvergessen wird wohl die Szene sein, in der Mock mit seinem ungarischen Amtskollegen den Stacheldraht des eisernen Vorhangs nahe Sopron durchschnitt. Mock war in dieser stürmischen Zeit andauernd hinter den Kulissen tätig und versuchte mit Symbolpolitik die Öffnung und Demokratisierung zu unterstützen. Innenpolitisch war ihm der Erfolg, den er außenpolitisch feierte, leider nicht vergönnt. Bei der Nationalratswahl 1986 sah er sich mit der ÖVP bereits als Sieger, doch der Wahlabend sollte anders ausgehen. Die Sozialdemokraten lagen leicht vorne. Mock war für einen kurzen Moment gebrochen, den er durch seine Erfolge in den kommenden Jahren ausmerzen sollte.

Persönliche Begegnung

Meine erste persönliche Begegnung mit Alois Mock machte ich in den Wahlkämpfen in Niederösterreich. Bei der Landtagswahl 2013 war Mock bei allen großen Parteiveranstaltungen dabei. Nicht weil er hingebracht wurde, sondern weil er es unbedingt wollte. Einen sehr emotionaler Moment werde ich dabei nie vergessen. Es war die Schlussveranstaltung für den Wahlkampf – Erwin Pröll bedankte sich von der Bühne aus und begrüßte Alois Mock, der mit Standing Ovations willkommen geheissen wurde. Da nahm Mock, der zu dieser Zeit natürlich auf Grund seiner Parkinson-Erkrankung stets im Rollstuhl saß, seine ganze Kraft zusammen und schaffte es, selbst aufzustehen. Jubel unter den Besuchern und minutenlanger Applaus waren im sicher.

Alois Mock wird stets ein Held der Volkspartei bleiben.

Für mich bleibt er unvergessen.