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Zugverspätungen auf Westbahn sind Drama

Foto: ÖBB / Rudolf Laresser

Der Herbst ist da, es wird kalt und dusig in der Früh und die ÖBB sind wiedermal pünktlich. Und zwar pünktlich mit der Zeit der Verspätungen! Wie immer im Herbst fahren die Züge auf der Westbahn mit saftigen Verspätungen ein – erst heute früh wieder mit über 15 Minuten. Gleichzeitig ist nun wieder die Zeit gekommen, einen neuen Fahrplan zu erlassen. Dieser ist – wenig überraschend – ebenfalls wenig erfreulich für die Pendlerinnen und Pendler, die täglich in die Arbeit fahren (müssen).

ÖBB nimmt keine Rücksicht auf Kunden

Den ÖBB scheint es völlig egal zu sein, wie sprichwörtlich angefressen die Kundinnen und Kunden schon sind. Die ewigen Zugsverspätungen sind ja durchaus schon altbekannt, wenngleich unverständlich – jedoch bleiben die Züge nun auch noch voll besetzt in den Stationen stehen und warten. Nur worauf eigentlich? Das passiert immer wieder – zuletzt in der Station Unter-Purkersdorf, wo sich die langen Wartezeiten besonders häufen. Da steht der Zug dann schonmal für rund 20 Minuten. Das Ärgerlichste ist jedoch, dass es die ÖBB nichtmal wert finden in so einem Fall eine Durchsage zu machen – man lässt alle Fahrgäste im Zug „dumm sterben“. Sieht so Kundenfreundlichkeit aus? Und das noch bei den extrem hohen Ticketpreisen, die international defakto einzigartig sind.

Ausrede mit Statistiken

Angesprochen auf die üblichen Zugsverspätungen, kontern die ÖBB stets mit Statistiken, wonach die Züge insgesamt keine Verspätung haben. Das trifft deshalb zu, weil internationale Expresszüge stets vorgelassen werden – Pendler (also die Hauptkunden) haben wiedereinmal das Nachsehen. Gehandelt wird nach der alten Weisheit: „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Das führt dann schlussendlich dazu, dass hunderte Leute in der Kälte stehen und bei Schnee, Regen und Eis auf den Zug warten müssen. Dafür wird dann auch noch massig Geld seitens den ÖBB eingesackelt.

Refundierungen? Ja, aber…

Hier greift dann auch das vielgerühmte Refundierungssystem nicht mehr. Künftig können ÖBB-Kunden zehn Prozent des Monatspreises erstattet bekommen, wenn auf einer Strecke im Laufe eines Monats mehr als 10 Prozent der Züge mindestens 5 Minuten Verspätung haben. Das nachzuweisen bzw für den einzelnen Fahrgast zu dokumentieren ist allerdings schwierig. Zudem sind von dieser Regelung NUR Jahreskartenbesitzer eingeschlossen. Das bedeutet: Jemand, der sich brav Monatskarten kauft oder gelegentlich mit dem Zug fährt, bekommt nichts refundiert. Wo ist denn da bitte der Anreiz auf die Öffis umzusteigen?

Neuer Fahrplan macht es noch schlechter

Zu guter Letzt: Der neue Fahrplan der ÖBB sieht auf der Westbahn keinerlei Verbesserungen vor. Weder wird der 15-Minuten-Takt wieder eingeführt, noch der Halbstundentakt oder ähnliches. Die ÖBB gehen nach ihrem alten Schema vor: Wenn ein Zug oftmals Verspätung hat, wird er einfach ausgelassen. Das führt zu einer massiven Verschlechterung der Taktung und die Züge werden noch voller, als sie es bisher ohnehin schon sind.