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Warum die Griechenland Kredite unpopulär, aber notwendig sind

Die europäische Unterstützung für das in Turbulenzen beflindliche Griechenland ist derzeit in den Medien und Stammtischen omnipräsent. Österreich beteiligt sich an der europäischen Hilfe (IWF und Euroländer zahlen zusammen rund 110 Milliarden Euro) mit rund 2,2 Milliarden Euro. Populisten wie HC Strache greifen diese Unterstützung an. Diese Art der Politik ist jedoch äußerst kurzsichtig, da die Griechenland-Krise auch uns einholen könnte.

Wer hat die aktuelle Griechenland Krise verursacht?

Kurz gesagt: die griechischen Regierungen der vergangenen zwanzig Jahre. Wie so oft in der Politik wurde versucht, allen Wünschen der Bevölkerung Rechnung zu tragen. Dabei sind beispielsweise im Kampf gegen Arbeitslosigkeit stets neue Mitarbeiter in der öffentlichen Verwaltung aufgenommen worden. Das führte  dazu, dass nun rund 700.000 Beamte in der öffentlichen Verwaltung tätig sind – bei 11 Millionen Einwohnern (im Vergleich dazu: Österreich hat 8 Millionen Einwohner und rund 100.000 Beamte). Die Kosten für dieses System sind selbstverständlich enorm hoch, ganz abgesehen von Pensionszahlungen, etc.

Dazu kommt natürlich die Problematik der Schattenwirtschaft und Korruption. Schwarzzahlungen sind in Griechenland selbstverständlich und notwendig, um bspw. einen Arzttermin zu bekommen. Das verursacht auch geringere Steuereinnahmen. Ein Teufelskreis.

Der Grund für den schlimmsten Absturz und dass Griechenland nun keine Kredite am Kapitalmarkt mehr bekommt, liegt allerdings bei den Rating-Agenturen. Diese haben Griechenlands Rating massiv abgewärtet, ohne auf das Sparpaket zu warten. Dass nun die EZB zur Besicherung auch Anleihen mit „Ramsch-Status“ annimmt ist natürlich nicht wahr, weil griechische Staatsanleihen in Wahrheit mehr wert sind, nur  von den Rating-Agenturen abgewertet wurden.

Warum ist die Hilfe absolut notwendig?

Zuerst sei gesagt, es handelt sich um Hilfe, damit die Griechen sich weiterhin finanzieren können. Allerdings bekommt Griechenland Kredite, die es wieder zurückzahlen muss. Steuergeld wird daher nicht in die Hand genommen, da der Staat mit den Krediten auch noch Gewinn macht.

Wenn die EU und Österreich nun nicht helfen würden, ginge Griechenland pleite. Viele behaupten, das sei kein Problem, wie man am Beispiel Argentiniens gesehen hätte. Was in der Diskussion vergessen wird: die Pleite Griechenlands bliebe nicht so wie im Falle Argentiniens ein regionales Problem. Sämtliche negativen Auswirkungen würden auch alle EU Staaten (und damit auch Österreich) treffen. Die griechische Wirtschaft ist derzeit gut aufgestellt, würde aber bei einem Staatsbankrott betroffen. Gleichzeitig müssten europäische Gläubiger Kredite abschreiben, was wohl zu neuen Bankenrettungspaketen führen würde. Gleichzeitig würde der Euro weiter abgewertet, was die heimische Wirtschaft weiter trifft. Ein etwaiger griechischer Bankrott hätte also massive Auswirkungen auf den österreichischen Wirtschaftsstandort und würde tausende Arbeitsplätze vernichten.

Wir müssen sparen, ja!

Österreich steht im internationalen Vergleich ausgezeichnet da. Aber wir müssen sparen, um das Defizit nicht weiter anwachsen zu lassen. Schon heute bezahlen wir mehr Steuergeld für den Zinsendienst für unsere staatlichen Schulden, als wir für das gesamte Schulbudget zur Verfügung haben. Schulden fressen Zukunft auf, daher müssen wir endlich beginnen, Schulden abzubauen. Sonst besteht tatsächlich die Gefahr, dass auch Österreich bald ein griechisches Problem hat.